Tag 6: Die letzte Etappe vor dem Kap. Sonne, Schnee und Regen.

Eine kleine Lektion in Sachen Demut. Wir Hatten uns schon sehr daran gewöhnt, daß alles glatt läuft und wir jeden Abend mit Sonnenbrille am Fjord sitzen.

Heute wurden wir vom lieben Gott eines Besseren belehrt. Alles ging gut los. Wecker 05:30 Uhr, strahlender Sonnenschein. Fähre um 08:00 Uhr erwischt, um 09:00 Uhr hatte uns das Festland wieder.
Um ca. 10:30 Uhr kam die Bodenwelle, die Ingo den Reservekanister vom Seitenwagen gerissen hat. Unsere erste Panne. Kein Problem. Sofort in einer Bergabppassage angehalten, Werkzeug raus und los. Bald war alles fast erledigt und ich hatte Zeit, mein Gepäck zu prüfen. Biker schütteln schon jetzt den Kopf.
Ein Fehler, der selbst Anfängern die Schamesröte ins Gesicht treibt. Ich schüttel an der Karre, und die geht über den Seitenständer nach unten ab. Krawummm, da lag meine alte GummiKuh auf der Seite. Gott habe meinen linken Blinker seelig. Alle außer mir hatten ein Lachen auf den Lippen, als wir die Kiste wieder hochgewuchtet haben. Klebeband dran, fertig.

Weiter ging´s, fast. Alle saßen auf den Kisten und starteten, da sagte Markus Yamaha beim Anlassen nur CCCHHHHRRR. Licht angelassen. Kein Problem ging ja bergab. Markus lässt rollen
und erwischt dabei mit dem Koffer Michael. Krawummm liegt die zweite Karre auf der Seite. Das sind übrigens keine Scherze, um den Unterhaltungswert hochzuhalten, und es geht noch weiter.

Der Weg bis zum Mittag war gesäumt von Sonne. Dann kamen die Berge und mit ihnen der Regen. Kein Problem, damit hatten wir gerechnet. Wir waren auch so schlau, die Route möglichst
Mautfrei zu halten und sind daher an einer Stelle 40 km links statt rechts vom Fjord gefahren, um dann Die Fähre zu nehmen. Diese sahen wir dann auch wegfahren und warteten 105 Minuten im
Regen auf die nächste.

Um 16:45 Uhr hatten wir dann also noch 200 km vor der Brust, um
einigermaßen unser Ziel zu erreichen. Ging auch gut, wir hatten uns ja an den Regen gewöhnt. Dann fuhren wir in den Bergen hoch und aus Regen wurde Schnee, und aus 4° Plus wurden 2° Minus.
Unbekannte , feuchte Strecke, Schneefall. Das Gegenteil von „Besser geht´s nicht“.
Das der von uns geplante Campingplatz geschlossen war, muß ich wohl nicht erwähnen. Sch…ade.

Jetzt wirds aber besser.
Auf dem Campingplatz, der uns jetzt Obdach gibt war auch kein Mensch. Nur ein Zettel an der Rezeption: “ In den Hütten 1,2 und 3 steckt der Schlüssel. Willkommen. 400 Kronen pro Hütte
steckt bitte in den Briefkasten. Danke“ Regen, Eis, Schnee, aber offenbar absolut heile Welt. Der alte Mann da oben hat uns heute
scheinbar genug leiden sehen. Mit Bengt aus Alta haben wir außerdem noch eine sehr nette Bekanntschaft gemacht.

Morgen geht´s zum Kap.gap.

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