Tag 14 bis Tag 132 – nach Hause, die Stille nach dem Feuerwerk

Heute ist der 20.09.2011 und ich habe gerade zum ersten Mal wieder alle Artikel gelesen und alle Videos angeschaut. Der letzte Tourtag ist eigentlich nicht der Rede wert. Runter von der Fähre, 400 km Autobahn… gäähn … und dann alle nach Hause.

Das Heimkommen nach einer Reise ist der Teil, der der Reise eigentlich erst Sinn verleiht. Ich kann nur von mir sprechen, aber ich denke bei den anderen Jungs war es ähnlich. Empfangen zu werden mit Freude, von Menschen die Du liebst und die Dich lieben gehört zu den Dingen, die den Trip auch erlebenswert gemacht haben. 14 Tage war ich zuvor nie von meiner Familie getrennt. Wer von den Lesern jetzt zurecht sagt, ich kenne die angespannte Lage vor und nach jeder dreitägigen Stammtischfahrt nach Mallorca, dem sei verraten: Das ist etwas völlig anderes. Die kenn ich nämlich auch. Von einer 8000 km Motorradtour ( ok. inklusive Fähren ) nach Hause kommen ist dagegen wie eine Konfettiparade in New york. Wunderschön. Ute, Bennet, Lennox 🙂 ihr wisst schon…..

Danach kam das Nichts. Es ist nicht so, daß wir uns danach bewußt aus dem Weg gegangen sind, aber man merkte sofort: Nach dieser zweijährigen Planung , den Treffen, den Bieren bei den Treffen und dieser, absolut großartigen Tour, die jetzt erst richtig bei uns ankommt, war erstmal die Luft raus.

Männer !! Wenn ich mit allen zusammen insgesamt zwanzig mal gesprochen habe bis vor 14 Tagen ist das nicht untertrieben. Wir brauchten alle wieder Platz. Leider hat darunter auch unsere Motivation gelitten die Doku weiter zu pflegen. Sorry. Ich denke aber das ist völlig normal. Wir wollten uns ruck zuck zu einer Nachbereitung treffen, tausende Bilder einstellen und ich natürlich sofort den letzten Bericht fertigen. Na ja zumindest hat der Youtube Kanal geklappt.

Es war irgendwie als wenn man nach dem geilsten Sex gefragt wird, ob man noch kuscheln möchte. Na klar will man noch kuscheln, aber umdrehen und schlafen wäre auch nicht schlecht. Wir haben uns für umdrehen und schlafen entschieden.

Jetzt, nach vier Monaten spürt man aber langsam, daß wir wieder wach werden. Die Sonne strahlt ins Fenster, man dreht sich um und es gefällt einem was man sieht.

Die Kontakte häufen sich wieder. Wir sind wieder da. Elefantentreffen und Villa Löwenherz sind in Planung ( Insgesamt ca. 1200 km, Hammer oder ?? ) Wir kriegen langsam wieder Bock aufeinander……… und das meine ich jetzt nicht im – na jetzt müssen wir uns aber mal wieder melden – sonder im – wir haben wieder Bock – Sinne. Dafür liebe ich es ein Mann zu sein – scheiß auf den Chauvinismus – Monate kaum Kontakt und dann geht es einfach weiter, daß können Frauen nicht…….grunz……

Ich habe lange überlegt, was mir diese Tour bedeutet, gerade mit Kindern, anfang 40, wo die Familie absolute Priorität ist und 14 Tage abhauen völig illusorisch.

Wie kann man so etwas zusammenfassen, das die Familie Dich unterstützt und den Drang versteht, man viele Tage und Nächte zusammenhockt bei Schnee, Eis und Sonne, seinen besten Freund nach einem Streit am Polarkreis in den Arm nimmt, und 8000 km nicht Arbeitnehmer, Famlienvater, Rasenmäher, Autowäscher, Hundrausbringer oder Bildanbohrer ist, sondern einem erlaubt wird mal ein wirklich dickes Ding durchzuziehen von dem viele andere Familienväter leider nur träumen dürfen, einfach Mann sein, im ursprünglichsten Sinne.

Ich sach mal so………..

Ich habe um die Hand meiner Frau angehalten und sie hat „ja“ gesagt, ich hatte schon zweimal schreiende, gerade geborene Söhne im Arm…………………..andere Liga und das beste, was ein Mann erleben kann……………………………………………………..ich war mit meinen Freunden am Nordkap………mit dem Motorrad……………….. das sind die Dinge in meinem Leben, die ich nicht missen möchte.

Und jetzt geh ich mit dem Hund……………………………. wir sehen uns. Danke.gap

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