Tag 8: Nordkap – Inarisee. 392 KM.

Seit heute fahren wir der Sonne entgegen, also Richtung Heimat. Es begann im Regen. Michael, unser A4-Klamotten-Verweigerer musste daher seine Regenkombi überpellen. Da sind wir wieder bei Murphys Gesetz. Wir waren kaum losgefahren hörte er auf und kam auch nicht wieder. Bis 16:15 h konnten wir Michael überreden sein Kondömchen anzulassen, von wegen schlafende Hunde wecken. Dann hatte er aber auch die Nase voll, im strahlenden Sonnenschein mit Gummiüberzug zu fahren. Die 20.000 Rentiere auf den ersten 100 km waren immer noch da.Diesmal allerdings mit Seitenscheitel. Wind fehlte uns auch noch als Wetterkapriole. Schräglage beim Geradeausfahren.
Wenn einen da der Pustemann im falschen Moment erwischt, dann wird man im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gemeißelt. Ab Olderfjord wurde es aber besser.

Wer hierher fährt sollte übrigens beachten, daß der Norweger den Sonntag ehrt, auch der Tankwart. Unser Reservekanister war heute Gold wert. Ging aber gerade nochmal gut. Worüber wir noch garnicht geschrieben haben, was aber auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf ist die nicht vorhandene Nacht. Es ist hier oben tatsächlich 24 Stunden am Tag hell. Vor zwei Tagen am Altafjord habe ich draußen im Schlafsack geschlafen ( Schön
das ich das unterbringen kann 🙂 ) und konnte um 03:00 Uhr den Sonnenaufgang filmen, was aber nicht heißt, daß es vorher Dunkel war, bestenfalls leicht dämmrig. Absolut faszinierend. Darüber, das es hier allerdings auch seeehhhrrr lange stockfinster ist, denke ich besser nicht nach.

Um 16:30 Uhr haben wir die Grenze nach Finnland passiert und machten sofort folgende Feststellung: Der Finne an sich baut seine Straßen gerne geradeaus. Endlos. Wenn wir unsere Notdurft
verrichten, können wir die Stelle an der wir wieder müssen von da aus schon sehen ( Wild Hogs ). Fahrtechnisch eher so Mittelsuper.
Oder anders ausgedrückt: Mit einem Tele-Tack und zehn Stück Zucker kann man jedem Brüllaffen in zehn Minuten beibringen hier Motorrad zu fahren. Jetzt haben wir allerdings Brüllaffen nicht
in ausreichender Menge vorrätig und fahren daher weiter selbst.
Als Schuldiger für die fehlenden Primaten wurde ich identifiziert. Schließlich sei ich derjenige, der unnützes Zeug durch die Gegend fährt, wie zum Beispiel Euros durch Norwegen. Danke. Wer den Schaden hat…..
.
Es ist jetzt halb neun und wir sitzen am Inarisee. Da wir in Finnland sind gehen wir gleich natürlich in die Sauna. “ Wollen sie 100 oder 110 Grad ?“ Schluck !! So kriegen wir auch unseren Extremsport.

Ach ja, das schlimmste zum Schluß. Unsere Biervorräte gehen zu Ende. Gott steh´uns bei. gap.

P.S.Ingo und Michael haben am Nordkap gezeltet. Wir anderen ärgern uns heute schon, daß wir eine Hütte vorgezogen haben. Eine Zeltnacht am Kap bei Schneeregen macht sich ganz gut, wenn man mit 85 seinen Urenkel auf dem Schoß hat und von früher erzählt.

Tag 7: Nordkap.

Als Christoph Columbus lossegeln wollte, um einen Seeweg nach Indien zu finden, hat er vermutlich vorher seine Frau gefragt, ob das o.k.sei, er würd sich so freuen, und wäre ja auch wichtig. Und wenn Consuela, oder wie immer sie hieß in gefragt hätte ob er noch alle hat, das käme
nicht in Frage, dann würden die Indianer vielleicht heute noch in Glück und Frieden leben. “ Wenn die Königin bezahlt, dann fahr doch in Gottes Namen“ war aber wohl ihre Antwort und zack war Amerika entdeckt*.

Nicht das wir irgendwas entdeckt hätten, aber dank unserer Familien, und besonders Frauen, die gesagt haben “ Ja, gut dann geht nach draussen spielen, aber macht euch ncht so dreckig“ sind wir heute nach 2930 km Motorrad plus 850 km Fähre am 71. Breitengrad angekommen.

Nordkap. Ein ausdrücklicher Dank an unsere Mädels, die uns das nicht nur möglich gemacht haben, sondern uns auch noch unterstützen. 344 Tage im Jahr ist am Nordkap Mistwetter. An 20 Tagen scheint die Sonne. So schlecht der gestrige Tag war, so gut war der heutige wieder. Wir haben einen der 20 Tage erwischt.

Unmittelbar vorm Kap fährt man ca. 120 km Küstenstrasse, den einzigen weg hoch. Nach 8km Küstenstraße 10 Rentiere – RENTIERE – Notbremsung, Fotoapparat, Videos, RENTIERE, wow. Wir konnten noch nicht ahnen, daß alle Norweger ihre Rentiere an genau dieser Straße abstellen. In den kommenden 60 Minuten sahen wir ca. 25000 von diesen Viechern. Aber die ersten zehn haben wir abgelichtet wie eine Horde Papparazzi Britney Spears beim Nacktbaden.

Eine landschaftlich wunderbare Strecke und immer die Schilder – Nordkap 89 km – 67 km – Nordkaptunnel – 45 km – Honningsvak – 20 km – 13 km. Die letzten Kilometer fährt man eine Paßstrasse hinauf
und der Wind fegte uns fast vom Motorrad. Der Himmel zog sich immer mehr zu. Die Sonne verkroch sich immer mehr hinter den Wolken. Um 15:40 Uhr fuhren wir auf den Platz des Nordkapcenters und waren völlig allein.
Kein Mensch da. Von wegen Touristenmassen, kein Mensch. Wir fuhren am Gebäude vorbei und sahen den Globus. Wir hielten an den Absperrsteinen, die einem klar machen, daß man ab dort zu Fuß zu gehen hat. Wir sahen uns an. Dann legten wir den ersten Gang wieder ein und fuhren mit den Böcken bis zum Nordkappglobus und die Sonne suchte sich die letzte Lücke, um uns unser Jubelfoto zu verschönern.

Jetzt sitzen wir 20 km entfernt, auf dem Nordkapcampinplatz.
Inzwischen ein normaler Tag. Schneeregen. Wir sind immernoch Couchpotatoes. Wir besteigen inzwischen die Moppeds wie Faultiere mit Hüftschaden, haben zwei ABC – Pflaster,einige Ibuprofen und diverse andere Schmerzstiller verbraucht. Unsere Hintern sind so rot, daß jeder Mandrill-Pavian vor Neid erblassen würde. Aber vor 5 Stunden haben wir unser Motorrad am nördlichsten Punkt Europas geparkt.

Wir haben es echt gemacht. Glückliche Männer.gap

P.S. An unsere Frauen: Danke und sorry, wir haben uns dreckig gemacht.
* Wer sich mokiert hat, daß nicht Columbus, sondern die Wikinger oder gar die Polynesier Amerika entdeckt haben, darf sich mit Fug und Recht Klugscheißer nennen. Und das ist als Kompliment gemeint…. 🙂

Tag 6: Die letzte Etappe vor dem Kap. Sonne, Schnee und Regen.

Eine kleine Lektion in Sachen Demut. Wir Hatten uns schon sehr daran gewöhnt, daß alles glatt läuft und wir jeden Abend mit Sonnenbrille am Fjord sitzen.

Heute wurden wir vom lieben Gott eines Besseren belehrt. Alles ging gut los. Wecker 05:30 Uhr, strahlender Sonnenschein. Fähre um 08:00 Uhr erwischt, um 09:00 Uhr hatte uns das Festland wieder.
Um ca. 10:30 Uhr kam die Bodenwelle, die Ingo den Reservekanister vom Seitenwagen gerissen hat. Unsere erste Panne. Kein Problem. Sofort in einer Bergabppassage angehalten, Werkzeug raus und los. Bald war alles fast erledigt und ich hatte Zeit, mein Gepäck zu prüfen. Biker schütteln schon jetzt den Kopf.
Ein Fehler, der selbst Anfängern die Schamesröte ins Gesicht treibt. Ich schüttel an der Karre, und die geht über den Seitenständer nach unten ab. Krawummm, da lag meine alte GummiKuh auf der Seite. Gott habe meinen linken Blinker seelig. Alle außer mir hatten ein Lachen auf den Lippen, als wir die Kiste wieder hochgewuchtet haben. Klebeband dran, fertig.

Weiter ging´s, fast. Alle saßen auf den Kisten und starteten, da sagte Markus Yamaha beim Anlassen nur CCCHHHHRRR. Licht angelassen. Kein Problem ging ja bergab. Markus lässt rollen
und erwischt dabei mit dem Koffer Michael. Krawummm liegt die zweite Karre auf der Seite. Das sind übrigens keine Scherze, um den Unterhaltungswert hochzuhalten, und es geht noch weiter.

Der Weg bis zum Mittag war gesäumt von Sonne. Dann kamen die Berge und mit ihnen der Regen. Kein Problem, damit hatten wir gerechnet. Wir waren auch so schlau, die Route möglichst
Mautfrei zu halten und sind daher an einer Stelle 40 km links statt rechts vom Fjord gefahren, um dann Die Fähre zu nehmen. Diese sahen wir dann auch wegfahren und warteten 105 Minuten im
Regen auf die nächste.

Um 16:45 Uhr hatten wir dann also noch 200 km vor der Brust, um
einigermaßen unser Ziel zu erreichen. Ging auch gut, wir hatten uns ja an den Regen gewöhnt. Dann fuhren wir in den Bergen hoch und aus Regen wurde Schnee, und aus 4° Plus wurden 2° Minus.
Unbekannte , feuchte Strecke, Schneefall. Das Gegenteil von „Besser geht´s nicht“.
Das der von uns geplante Campingplatz geschlossen war, muß ich wohl nicht erwähnen. Sch…ade.

Jetzt wirds aber besser.
Auf dem Campingplatz, der uns jetzt Obdach gibt war auch kein Mensch. Nur ein Zettel an der Rezeption: “ In den Hütten 1,2 und 3 steckt der Schlüssel. Willkommen. 400 Kronen pro Hütte
steckt bitte in den Briefkasten. Danke“ Regen, Eis, Schnee, aber offenbar absolut heile Welt. Der alte Mann da oben hat uns heute
scheinbar genug leiden sehen. Mit Bengt aus Alta haben wir außerdem noch eine sehr nette Bekanntschaft gemacht.

Morgen geht´s zum Kap.gap.

Tag 5: Lofoten – Tour. Kaiserwetter Teil III.

Wir hatten einen Reservetag für Pannen oder andere unerwartete Begebenheiten eingeplant. Den Haben wir heute auf den Kopf gehauen.

Da wieder Spitzenwetter war, haben wir uns spontan entschlossen, heute eine Tour über die Lofoten zu machen. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Bombastisch. Eine Mischung aus Auenland und Grizzly Adams. Jeder, der eine Tour zum Nordkap plant, sollte die Lofoten mitnehmen. Norwegen zum Quadrat.

Schön waren auch die Vier, ja vier Fährüberfahrten. Endlich Zeit in Ruhe die Landschaft aufzusaugen Und an Deck Sonne zu tanken. Fähren sind hier übrigens vergleichsweise günstig. Zwischen 5 und 12 Euro bei 25 – 70 Minuten.

Eigentlich wollten wir heute noch wieder zum Festland rüber, aber die Fähre fuhr erst um 20:30 Uhr, fanden wir zu spät. Jetzt sitzen wir quasi auf den Lofoten fest. Auch irgendwie geil. In Harstadt haben wir einen sehr schönen Campingplatz mit Fjordblick gefunden gerade versinkt die Sonne gaaanz langsam hinter den Bergen. Ab Morgen versuchen wir den Tag wieder reinzuholen und trotzdem Samstag am Kap zu sein. Wir haben uns aber vorgenommen, dann dort zu übernachten.

Mögen die Wettergötter uns weiterhin gnädig sein. P.S. Wir haben vor, einen Youtubekanal ( Griffheizer ) zur Tour zu machen und ein Komplettalbum von hier zu verlinken, Danke für Euer großes Interesse.

P.S. II : Wenn wir uns mal einen Tag nicht melden, gibts kein WLan, sorry. Wir holen es dann aber umgehend nach.

gap

Tag 4: Mosjøen – Hamarøy. 411 KM. Leichter Schnee und Regen.

Leider einen Tag zu spät, da kein Wlan in Hamaroy hatten…aber jetzt.
66°33″ Polarkreis. Heute haben wir ihn überquert. Eingefleischten Globetrottern dürfte das nur ein müdes Lächeln abringen. Jetzt muss man aber wissen, daß bis jetzt unser Motorradhorizont im Sauerland endete.

Wir kamen uns heute also schon ziemlich Klasse vor. Der erste fette Eckpunkt.
Das Wetter wird jetzt allerdings so, wie wir es erwartet haben. Erst leichter Schneefall, in der letzten Stunde Regen, das ganze bei knapp über 0 Grad. Strandurlaub sieht anders aus. Auffällig sind auch die vielen engen, dunklen und stickigen Tunnel. der längste heute 8,6 km lang. Wenn man da am trophobischen Klaus leidet, zieht man nach einem Kilometer ein Gesicht wie der weinende Stan Laurel nach einer Kopfnuss von Oliver Hardy. Hier bietet sich außerdem ein Helm mit Sonnenblende an. Mit Sonnenbrille ist es teils zu dunkel,
ohne gerade nach Tunnelausfahrten teils zu hell.

Ach ja, und dann brauchte ich heute noch Geld. In Fauske gabs auch die einzige Bank im Umkreis von 80 KM. Als ich da allerdings mit meinen Euros reinmarschiert bin, schaute mich die hippe Assistent-Bank-Managerin an als würde ich ihr eine Ziege oder Glasperlen zum Tausch anbieten. „Norwegischen Banken tauschen üblicherweise kein Geld“ scholt sie mich leicht amüsiert. Aha. Ist ja auch eine absurde Idee in einer Bank Geld tauschen zu wollen. Da kann man ja gleich beim Metzger ein Kotelett bestellen. New Economy,oder wie? Kongolesische Hedgefondszertifikate hätte ich da wahrscheinlich ruckzuck zu Piepen machen können, aber Euro ? Ach wo ! Maestro – Card ging Gott sei Dank.
Jetzt hab ich nur leider meinen Käptn Sharky Brustbeutel voll mit Euros, die mir genau so wenig nützen wie Juckpulver im Genitalbereich. Visa oder Mastercard mit Pin sind deutlich besser. Das akzeptiert hier jede Klofrau. Dank meiner Kumpels werde ich hoffentlich nicht verhungern.

Noch drei Tage bis zum Kap. Das könnte noch frisch werden, und naß.

Bis morgen.gap

Tag 3: Soknedal – Mosjøen. 455 KM. Kaiserwetter Teil II.

Um 07:00 Uhr sollte der Wecker schellen. Musste er aber nicht. Um 06:30 Uhr waren wir alle wach. Das hatten wir zum letzten Mal Weihnachten 1978. Die pure Vorfreude.

Bis wir unterwegs waren, wars dann doch halb neun, Kaffee trinken und packen zieht sich etwas. Wir hatten auch sofort eine Spitzenidee. erstmal 100 KM machen, dann frühstücken.
Wer Murphys Gesetz kennt, weiß wie lange es gedauert hat, bis wir was zu beißen hatten. Nur als Tipp: Markus hatte Cheeseburger mit Pommes. Junge hatten wir nach 180 km Schmacht.

Die Temperatur ist auf 4 – 6 grad gesunken, aber immer noch strahlende Sonne. Jetzt sind überall vereiste Seen zu entdecken und überall ( neben der Straße ) liegt Schnee. Witzig ist, daß beim Fahren alles muckelig warm ist, aber in den Pausen, ohne Helm und Handschuhe wirds doch zugig. Unsere Klamotten von A4 sind offenbar noch lange nicht an ihren Grenzen. Nur Michael, der der A4 – Verweigerer trägt schon mehr als ein T-Shirt drunter.hehe.

Zwischen km 300 und 400 hab ich mir mal den Kopfhörer mit ein paar mp3 unter den Helm gesteckt. Ich muss sagen, im Sonnenschein an schneebedeckten Bergen und Fjorden vorbei zu fahren, langgezogene links – rechts Kurven durch wilde Flußtäler zu nehmen und dabei „Brown Sugar“ von ZZ Top oder „it Stoned me“ von Van Morrisson zu hören ist absolut artgerechte Haltung für Motorradfahrer. Besser gehts nicht.

Es ist jetzt 21:10 Uhr taghell, Blick ins verschneite Gebirge. Wir sitzen ums Feuer grillen Wurst und trinken Bier. Und wir haben die ersten neuen Geschichten zu
erzählen. Geil.

Morgen überqueren wir den Polarkreis.gap

Tag 2: Oslo – Soknedal. 435 KM. Kaiserwetter.

Um 10:30 Uhr stand der Zöllner vor uns. Schweiß, Blut und Tränen, Angst, Horror. Was macht er ? Winkt Uns durch, ohne auch nur den Ausweis sehen zu wollen. Da hätten wir eigentlich etwas mehr als
zwei Paletten Bier mitnehmen können….. hihihi….. zum Beispiel acht und drei Flaschen Metaxa. Ein Gespannfahrer hat manchmal Vorteile.

Man sollte sich übrigens merken, wo man geparkt hat. Markus und Michael fanden das nicht so wichtig und haben zwischen Zimmer und Parkplatz 45 Minuten und zwei Kilo Hüftspeck verloren. Naßgeschwitzt stießen sie zu uns, als wir schon auf den gepackten Böcken saßen.

Uns hat gewundert, daß direkt in Oslo hügelige Landschaft anfängt.
Die Optik ist mit dem bayrischen Wald vergleichbar. Wir haben in erster Linie die E3 und die E6 benutzt. Die E3 ist schon sehr nett zu fahren. Hundert Kilometer nördlich von Oslo steht ein Rasplatz namens Bolleland an der E6. Der ist in Norwegen berühmt für seine Rosinen- und Schokobrötchen. Das hat uns einer der Soldaten auf dem Foto erklärt und hatte recht.Echt lecker. Auf die Frage was wir vorhaben sagt er nur: „Wow Sporty“ Dann fragte er, was wir am Nordkap machen.
“ Fotos und dann wieder weg“ war unsere Antwort worauf er meinte: “ You germans are crazy“. Ein wunderbares Kompliment.

Ab Kilometer 150 sahen wir den ersten Schnee und zwar nicht nur in den Bergen. Überall liegen noch Bretter vom Winter rum. Und das bei 12 Grad und strahlender Sonne. Ab Kilometer 300 kamen die ersten echten Highlights.

Wir fuhren auf der E3 am sehr schönen Fluß Orkla entlang, die Strecke war gesäumt von Wasserfällen direkt an der Straße und herlichen Wildbächen. In der Ferne glänzte ein Gletscher, entschuldigt den Rosamunde Pilcher Vergleich, wie ein Diamant. Wir freuen uns jetzt schon ein Horn, was da noch kommt. Hoffentlich hält das Wetter einigermaßen. Mücken gibts hier übrigens noch nicht.
Jetzt sitzen wir in Sognedal am CP Gullvag vor unserer Hütte. Absolut gemütlich. Kostenpunkt 850 Kronen, also etwas über 100 €, absolut in Ordnung, wie wir finden. Um 07:00 Uhr schellt der Wecker. Bis Morgen.

Eure Griffheizer.gap

Tag 1: Gronau – Kiel. 426 KM. 20 Grad Sonne


Um 06:09 Uhr ging es los. Es war endlich soweit. Wir rollten.
Unsere Frauen haben uns als Geschenk T-Shirts drucken lassen mit allen Tourdaten. Sehr nett und auf der Fähre der Einstieg zu manchem Gespräch. Dazu später.
Abgesehen vom geilen Wetter war die Etappe eher langweilig. Kilometerfressen auf der Autobahn. Da es die erste Etappe war hatten wir trotzdem alle ein fettes Grinsen unterm Helm.
Um 11:30 Uhr waren wir am Fährterminal in Kiel und die Color Fantasy stand in voller Pracht vor uns. Wer diese Fähre mit der Liebsten als Kurzkreuzfahrt plant sollte keine Innenkabine der Billigklasse nehmen so wie wir. Der Romantikfaktor leidet dann erheblich, es sei denn man schläft gerne in Schuhkartons. Für uns aber ok weil mit 113 € inkl. Bike recht günstig und zweckmäßig. Essen ist ziemlich teuer, Pizza beispielsweise 20 €. Ein halber Liter Bier kostet 5,50 €, wenn man in Kronen bezahlt tuts nicht so weh, weil man die Umrechnung noch nicht draufhat….grins.
Die Donkey Bar ist ein gemütliches Örtchen um trotzdem ein paar Blonde zu vertilgen.
Da wir unsere T – Shirts trugen wurden wir auch häufiger angesprochen und hatten echt nette Gespräche. Eine Motorradtour zum Nordkap beeindruckt Nichtbiker doch ganz schön.
Halb elf waren wir gut angeheitert in der Heia. Aufwachen sollten wir in Norwegen.
Peter, du fehlst uns hier. Von uns ein herzlicher „Gruß an Peter“ gap, den wir ab heute immer an usere Berichte anschließen.

Die heiße Phase beginnt

Treffen am 16.04.2011

Die heiße Phase beginnt

Am Samstag war unser letztes reguläres Orgatreffen bevor es losgeht. Jeder hat noch einen mehr oder weniger großen Aufgabenzettel bekommen, der abzuarbeiten ist. Ich muß z.B. Bier holen. Die exakte Menge Bier zu finden zwischen Bubenstreich und hochkriminell war gar nicht so leicht. Wir haben uns dann doch auf 2 Paletten des großartigen Bieres aus unserer Jugend namens Schultenbräu geeinigt. In Deutschland in der halbliter Weißblechausführung leider nicht mehr zu bekommen, aber in  Holland ohne Dosenpfand bij Aldi Nederland te kregen, en dat is hatstikke mooi. Grün – goldene Nostalgie.

Dazu eine Flasche Hennessy o.ä. Da wir nicht so die Spirituosenvernichter sind allerdings nicht zum Selbsttrinken. Wir wollen nur wissen, ob man dafür wirklich in Skandinavien ganze Fjorde kaufen kann. Wer weiß wofür sie gut ist. Wir haben uns dann doch für den legalen Weg entschieden und nehmen an „harten“ Spiritousen nichts dergleichen mit. Es ist auch geklärt, wie wir überall online sind, so daß wir ab dem 01.05 täglich hier Bericht erstatten werden, inkl. Fotomaterial. Die Moppeds sind auch alle bereit und in bälde auch komplett hier eingestellt. Von wem die mit Abstand interessanteste Information des abends kam weiß ich leider nicht mehr, aber der Rest von uns war ziemlich baff, weil wir das nicht für möglich gehalten hätten: Analbleaching ist bei den Darstellern in Filmen, sagen wir, der Erwachsenenunterhaltung eine äusserst beliebte Schönheitskorrektur. Jetzt wird einem einiges klar. Mir möge sofort eine Rübennase wachsen, wenn mir einfällt, wie wir da drauf gekommen sind. Philosophie läuft Amok. Aber interessant ist es doch. Alles gemogelt, von wegen schöne………………. Aber vielleicht wieder zurück zum Nordkap. Am 01.05.2011 um 06:00 Uhr morgens in Gronau, ist Abfahrt. Bis 12:00 Uhr müssen wir an der Fähre in Kiel sein ( ca. 400 km ). Das sollte drinsitzen. Wenn vorher noch wat is, kommts in den Ticker, ansonsten ab dann. Michael macht dann evtl. noch einen Reiter auf der Startseite Tourticker oder so auf. Bis bald

Eure Griffheizer

Schutzbrief, Krankenversicherung und Currywurstpreise in Tromsø

28.03.2011, 21:30 h von Andre

Kurzes Update

Noch gut einen Monat ist es hin. Wir haben alle unsere Auslandskrankenversicherungen abgeschlossen. Die Luxusvariante, da nach Murphys Gesetz dann natürlich nix passiert. Ausserdem Schutzbriefe abgeschlossen und die ersten Moppeds Reisefit gemacht. Hab zwei neue Michelin Pilot Road auf mein GummiQ bekommen, sowie Bremsklötze und frisches Öl. Hier und da geguckt, muss reichen. Nachdem wir uns jetzt mal erkundigt haben, wie teuer Essen und Trinken in Norwegen ist, erwägen wir ein Rudel Schweine und vielleicht 20 Hühner vor uns her zu treiben . Holla die Waldfee. Da muß wohl die ein oder andere Jeanshose zu Gunsten von Konservendosen weichen. Wir können es natürlich auch restaurantmäßig krachen lassen und mit EC – Karte zahlen. Den Schrei unserer Frauen am Kontoauszugdrucker müsste man eigentlich bis zum Polarkreis hören. Da kann man ein schönes Ratespiel für einsame Hüttenabende draus entwickeln. „Haste gehört, ich glaub´das war Tanja“ Hmmm, vielleicht doch besser Erbsensuppe. Am 15. oder 16.04 treffen wir uns alle nochmal, danach gibt´s die letzten Bericht vor der großen Fahrt.

Gruß Eure Griffheizer